Kreative Synergien – Kooperation mit der Düsseldorfer Kunstakademie

Foto: Anna Jocham

Kreative Synergien – Unsere Zusammenarbeit mit den Studierenden der Kunstakademie

Auch in diesem Jahr hatten wir wieder die wunderbare Gelegenheit, junge Künstler*innen bei ihren Präsentationen zum Kunstakademie Rundgang 2025 mit unseren Einrahmungen zu unterstützen.

Diesmal haben wir den Rahmen unseres Engagements erweitert: Neben den klassischen Präsentationen in der Kunstakademie selbst entstand eine inspirierende Zusammenarbeit zwischen unserer Rahmenmanufaktur und den Studierenden der Klasse für Freie Kunst unter der Leitung von Prof. Peter Piller. Das Ergebnis war die stilvolle Präsentation von 27 Fotoarbeiten bei der Ausstellung „you were always on my mind“ – eine überschaubare, aber inhaltsreiche und kunstvoll von den Studierenden kuratierte Schau, die in den Räumen des Deutschen Fotoinstituts am Eiskellerberg gezeigt wurde.

Der Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts e.V. (DFI e.V.) ist eine von Fotokünstler*innen ins Leben gerufene Initiative, die aktuell gemeinsam mit Bund und Land NRW den Aufbau des ersten nationalen Instituts für Fotografie am Standort Düsseldorf vorantreibt. Das Deutsche Fotoinstitut versteht sich als Kompetenzzentrum, das sich den Herausforderungen des Mediums Fotografie widmet und zukunftsweisende Impulse für dessen Weiterentwicklung setzt.

Die besondere Herausforderung dieser Präsentation bestand darin, dass die Arbeiten der 27 Studierenden sowohl die gemeinsame Klassenarbeit und das Ausstellungskonzept – die Reflexion persönlicher Bezugspunkte aus der Kunstgeschichte – als auch den individuellen Zugang zum jeweiligen Referenzkunstwerk sichtbar machen sollten.

Kunst und Handwerk im Dialog – Der Entstehungsprozess

Die Studierenden haben gemeinsam eine kreative Lösung gefunden: Drei großformatige Passepartouts mit jeweils 9 passgenauen Ausschnitten für die 27 Einzelwerke werden über je drei Arbeitstische gelegt. So erhält jedes Werk seinen eigenen, präzise ausgeschnittenen „Rahmen“, während die Struktur als Ganzes die Gemeinsamkeit der Kunstwerke betont. Die Entscheidung, die Präsentation direkt auf den Arbeitstischen zu platzieren, soll auch den Prozesscharakter der gemeinsamen Klassenarbeit unterstreichen.

Die Suche nach einem großformatigen Passepartout (250 x 125 cm) mit der Hoffnung, die unterschiedlich großen und in komplexer Beziehung zueinanderstehenden Ausschnitte präzise ausschneiden zu können, führte während des Realisierungsprozesses in die Conzen- Werkstatt.
Eine glückliche Fügung!

Um die Passepartouts in dieser Größe herstellen zu können, mussten wir das größtmögliche Format eines Kartonbogens verwenden: 304 x 154 cm und 3,2 mm Stark in Classic Weiß. Die Maße der Arbeitstische der Akademieklasse entsprechen genau der maximalen Größe unserer Passepartout-Schneidemaschine des italienischen Herstellers VALIANI: 250 x 125 cm! So konnten wir das Format passgenau zuschneiden und mit der entsprechenden Programmierung nach den Vorstellungen der Künstler*innen jeden Ausschnitt ganz präzise platzieren und ausschneiden.

Das Ergebnis zeigt, wie eng Handwerk und kuratorische Präsentation von Kunstwerken verbunden sind. Die Zusammenarbeit mit den Studierenden der Kunstakademie verdeutlicht, dass die Gestaltung des Passepartouts nicht nur eine rein technische Umsetzung ist, sondern ein wichtiger Teil des kreativen Prozesses, in dem die Idee der Ausstellung optimal unterstützt und zum Ausdruck gebracht werden konnte.

Es war uns eine Freude, dieses spannende Projekt begleiten zu dürfen – ein inspirierender Austausch, der zeigt, wie sehr Handwerk und Kunst voneinander profitieren können.

Einrahmung als Verstärkung der Ausstrahlung eines Kunstwerks

Ein weiteres spannendes Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Haedeun Kim, der in der Klasse für Bildhauerei der Professorin Nina Canell studiert. Der aus Korea stammende Künstler bewegt sich an der Schnittstelle zwischen analogen und digitalen Techniken und lotet das Spannungsverhältnis dieser beiden Welten aus.

 Sein Werk „Hangari“, das er für den Akademie-Rundgang entwickelte, ist eine querformatige Grafik (99,8 × 34,7 cm), die durch das komplexe analoge Verfahren der Cyanotypie auf Papier entstand. Das Bild zeigt eine Abfolge kreisförmiger Elemente, die auf den ersten Blick organisch wirken. Ausgangspunkt war eine analoge Fotografie eines Bildschirms, der das Signalrauschen einer Abwesenheit von Bildinformationen darstellte. Durch die Übertragung dieses digitalen Ursprungs in eine traditionelle analoge Drucktechnik entstand eine Komposition aus horizontal verlaufenden Linien, die sich zu einer kreisförmigen Struktur verdichten.

Um den Kontrast zwischen analoger und digitaler Bildentstehung weiter zu betonen, druckte Haedeun Kim das Motiv auf hochwertiges Hahnemühle-Papier. Während des Entwicklungsprozesses lag das Papier in einer flüssigen Lösung und erhielt beim Trocknen eine leichte Wellung – eine subtile Referenz an das Material und den handwerklichen Charakter des Werks.

Der Titel „Hangari“ verweist auf diese Dualität: Ein Hangari ist ein traditioneller koreanischer Tontopf, gefertigt aus natürlichen Materialien, der zur Fermentation von Lebensmitteln wie Kimchi oder Sojasauce dient. So verbindet die Arbeit technologische Präzision mit handwerklicher Tradition – ein Prinzip, das sich auch in unserer Einrahmung widerspiegelt.

Das konzeptionelle Bild wurde durch eine Rahmung ergänzt, die seine subtile Ästhetik und warme Wirkung unterstreicht. Die Wahl fiel auf ein modernes, schlichtes Rahmenprofil aus weichem Lindenholz, das in einem antikbraunen Farbton lasiert wurde – genau abgestimmt auf die Farbigkeit und die sanfte Wärme des Werks. Durch die Verwendung von Zwischenleisten und entspiegeltem Glas wird die Tiefe und Materialität des Bildes und des Papiers erlebbar. Die Rahmung setzt das Kunstwerk harmonisch in Szene und verstärkt seinen Ausdruck, indem sie sich dezent in das Gesamtbild einfügt.

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Fazit: Eine bereichernde Erfahrung

Die Kooperation mit den Studierenden der Kunstakademie ist für uns jedes Jahr aufs Neue eine bereichernde Erfahrung. Sie gibt uns nicht nur die Möglichkeit, unser Handwerk im künstlerischen Umfeld einzusetzen, sondern auch den kreativen Nachwuchs aktiv zu unterstützen. Wir freuen uns bereits auf die nächsten spannenden Projekte und bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für diese inspirierende Zusammenarbeit!